Neuraltherapie

Wie wirkt die Neuraltherapie?

Ein der Akupunktur ähnliches Behandlungsverfahren ist die Neuraltherapie (nach Huneke). Durch Injektion eines örtlichen Betäubungsmittels (Procain oder Lidocain) in eine bestimmte Körperregion, an Schmerzpunkte oder in Störfelder, wird ein Regulationskreislauf in Gang gesetzt, der über das vegetative Nervensystem durch vorübergehende Blockierung des Nervus sympathicus gezielt auf Störungen des Körpers eingeht. Durch die reversible Blockierung wird der Schmerz an der betreffenden Stelle unterdrückt und der Körper hat nun die Möglichkeit hier ein neues Gleichgewicht einzustellen, oder er hat die Zeit zu regenerieren.

Bei welchen Krankheiten kann die Neuraltherapie eingesetzt werden?

Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden, akute oder chronische Beschwerden nach Unfällen oder Operationen, Schwindel, Tinnitus oder Durchblutungsstörungen sind nur einige der mit Neuraltherapie gut zu behandelnden Erkrankungen. So erfährt der Patient bei akuten Wirbelsäulenproblemen oft eine spontane Linderung der Schmerzen bereits während der Behandlung.

Es passiert häufig, dass Patienten infolge eines eingeklemmten und dadurch entzündeten Ischiasnervs mit starken Schmerzen in meine Praxis kommen. Meist in steifer Körperhaltung und in ihren Bewegungen so stark eingeschränkt, dass sie von Angehörigen geführt werden müssen. Hier ist die Neuraltherapie die Methode der Wahl. Nach nur einer neuraltherapeutischen Injektion können diese Patienten oft schmerzfrei und aufrechten Ganges die Praxis verlassen.

Ein anderes Beispiel sind stressbedingte Verspannungen der Nackenmuskulatur oder Verspannungen nach einseitiger Beanspruchung des Nackens durch bestimmte Tätigkeiten. Die Folge sind starke Schmerzen im Nacken-Schulterbereich, wobei der Betroffene oft über Taubheitsgefühle oder auch unangenehmes Kribbeln in den Händen klagt. Sehr häufig werden durch die Verspannungen starke Kopfschmerzen ausgelöst. Hier unterbricht die neuraltherapeutische Behandlung den Kreislauf der Beschwerden, wobei allerdings meist mehrere Injektionsbehandlungen nötig sind, die dann zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden bis hin zur völligen Beschwerdefreiheit führen können.

Ein weiteres Einsatzgebiet der Neuraltherapie ist das Ausschalten von Störfeldern wie z. B. Narben, Verletzungen, Brüche oder chronische Entzündungen. Sie stören permanent das Gleichgewicht der körperlichen Funktionen und verursachen häufig Schmerzen oder schränken Organfunktionen ein bis hin zur chronischen Erkrankung.

Wie wird die Neuraltherapie durchgeführt ?

In bestimmten Körperregionen, an Schmerzpunkte oder im Bereich des vermuteten Störfeldes, wird in die Vene oder an zentrale Nervenschaltflächen (Ganglien) das Betäubungsmittel injiziert und so die schmerzerzeugenden Impulse ausgeschaltet. Das Störfeld oder die Schmerzregion wird elektrisch ruhiggestellt. Dies führt häufig zum sogenannten „Sekundenphänomen“, einer schlagartigen Beseitigung der Beschwerden.

Die Kosten für die Behandlungen werden im Rahmen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet und von den privaten Krankenkassen vollständig übernommen.